Erfahren Sie, wie Sie Ihren Erdaushub günstig und unkompliziert entsorgen können – praktische Tipps und rechtliche Hinweise für eine effiziente Lösung!

Beim Bauen oder Umgestalten des Gartens fällt häufig Erdaushub an, der fachgerecht entsorgt werden muss. Doch wie lässt sich Erdaushub möglichst kostengünstig entsorgen?
Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick über verschiedene Entsorgungsmöglichkeiten, Kostenfaktoren und Tipps zur Kostenreduzierung.
Was ist Erdaushub?
Unter Erdaushub versteht man überschüssigen Boden, der bei Bauarbeiten anfällt. Dazu gehören beispielsweise:
- Aushub für Fundamente oder Keller
- Bodenaushub bei Gartenumgestaltungen
- Aushub für Pools oder Teiche
- Erdreich von Straßenbauarbeiten
Erdaushub wird im Abfallverzeichnis unter der Nummer AVV 17 05 04 als „Boden und Steine“ klassifiziert. Dabei ist zu beachten, dass nur unbelasteter Erdaushub unter diese Kategorie fällt. Belasteter Boden mit gefährlichen Stoffen hat eine eigene Abfallnummer (AVV 17 05 03) und erfordert eine spezielle Entsorgung.
Entsorgungsmöglichkeiten im Überblick
Je nach Menge des anfallenden Erdaushubs bieten sich verschiedene Entsorgungswege an:
Kleine Mengen (bis ca. 1 m³)
- Biotonne/Restmüll: Sehr kleine Mengen können über den Hausmüll entsorgt werden.
- Wertstoffhof: Viele Wertstoffhöfe nehmen kleinere Mengen Erdaushub an.
- Eigenverwendung: Wiederverwendung im eigenen Garten, z.B. für Beete oder Geländemodellierungen.
Mittlere Mengen (1–10 m³)
- Big Bags: Spezielle Säcke für Erdaushub, die befüllt und abgeholt werden.
- Kleincontainer: Container mit 3–7 m³ Fassungsvermögen.
- Wertstoffhof: Manche Wertstoffhöfe akzeptieren auch größere Mengen gegen Gebühr.
Große Mengen (über 10 m³)
- Großcontainer: Container ab 10 m³ Volumen.
- LKW-Entsorgung: Direkter Abtransport per LKW zur Deponie.
- Bodenbörsen: Vermittlung von Erdaushub an Abnehmer in der Region.
Kostenfaktoren bei der Erdaushub-Entsorgung
Die Kosten für die Entsorgung von Erdaushub hängen von verschiedenen Faktoren ab:
Menge des Aushubs
Je mehr Erdaushub anfällt, desto höher sind in der Regel die Gesamtkosten. Allerdings können bei größeren Mengen oft günstigere Konditionen pro Kubikmeter ausgehandelt werden.
Bodenqualität und Belastungsgrad
Unbelasteter Boden ist deutlich günstiger zu entsorgen als kontaminierter Erdaushub. Die Entsorgungskosten steigen mit dem Grad der Belastung:
- Unbelasteter Boden: ca. 5–30 € pro Tonne
- Belasteter Boden: 50–150 € pro Tonne oder mehr
Bodenart und -klasse
Die Bodenart beeinflusst ebenfalls die Entsorgungskosten. Schwerer, felsiger Boden ist teurer in der Entsorgung als lockerer Mutterboden:
- Bodenklasse 1–2 (locker): ca. 5–8 € pro Tonne
- Bodenklasse 3–4 (mittelschwer): ca. 10–15 € pro Tonne
- Bodenklasse 5–7 (schwer/felsig): ca. 20–120 € pro Tonne
Transportentfernung
Die Entfernung zur nächsten geeigneten Deponie oder zum Abnehmer spielt eine wichtige Rolle bei den Gesamtkosten. Je kürzer der Transportweg, desto günstiger.
Entsorgungsmethode
Die Wahl der Entsorgungsmethode hat großen Einfluss auf die Kosten:
- Eigenentsorgung am Wertstoffhof: oft günstigste Option für Kleinmengen
- Big Bags: ca. 100–150 € pro Stück (1–1,5 m³)
- Container (3 m³): ab ca. 250–450 €
- Container (7 m³): ca. 600–800 €
- LKW-Entsorgung (ab 30 m³): ca. 1.300-1.800 € pauschal
Kostenübersicht nach Entsorgungsmethode
Um einen besseren Überblick über die zu erwartenden Kosten zu erhalten, hier eine tabellarische Zusammenfassung der gängigsten Entsorgungsmethoden:
Methode | Menge | Preis | Hinweise |
---|---|---|---|
Wertstoffhof | bis ca. 1 m³ | 5–120 € pro Tonne | Abhängig von Bodenklasse und Region |
Big Bag | 1–1,5 m³ | 100–150 € | Transport kann schwierig sein |
Container (3 m³) | bis 3 m³ | ca. 450 € | Inkl. Transport, Miete, Entsorgung für 14 Tage |
Container (7 m³) | bis 7 m³ | 600–800 € | Inkl. Transport, Miete, Entsorgung |
LKW-Entsorgung | ab 30 m³ | 1.300–1.800 € | Effizient für große Mengen |
Tipps zur Kostenreduzierung
Um die Entsorgungskosten für Erdaushub möglichst gering zu halten, gibt es verschiedene Strategien:
1. Genaue Mengenermittlung
Vor Beginn der Arbeiten sollte eine möglichst präzise Berechnung der anfallenden Erdmenge erfolgen. Dies ermöglicht eine bessere Planung und verhindert, dass zu große oder zu kleine Container bestellt werden.
2. Bodenuntersuchung durchführen
Eine vorherige Analyse des Bodens auf mögliche Schadstoffe kann sich lohnen. So lassen sich böse Überraschungen und zusätzliche Kosten bei der Entsorgung vermeiden.
3. Trennung verschiedener Bodenarten
Beim Aushub sollten verschiedene Bodenarten möglichst getrennt werden. Insbesondere Mutterboden lässt sich oft einfacher und günstiger entsorgen oder weiterverwenden.
4. Lokale Verwertungsmöglichkeiten prüfen
Vor der kostenpflichtigen Entsorgung sollte geprüft werden, ob der Erdaushub lokal verwertet werden kann:
- Eigenverwendung im Garten
- Abgabe an Nachbarn oder lokale Landwirte
- Anmeldung bei regionalen Bodenbörsen
5. Angebote vergleichen
Es lohnt sich, Angebote verschiedener Entsorgungsunternehmen einzuholen und zu vergleichen. Dabei sollte auf versteckte Kosten wie Anfahrtspauschalen oder Gebühren für Überladung geachtet werden.
6. Richtigen Zeitpunkt wählen
In der Hauptbausaison sind die Preise für Erdaushub-Entsorgung oft höher. Wenn möglich, sollten die Arbeiten in die Nebensaison gelegt werden.
7. Zusammenarbeit mit Nachbarn
Bei gleichzeitigen Bauprojekten in der Nachbarschaft kann eine gemeinsame Entsorgung die Kosten pro Haushalt senken.
Rechtliche Aspekte der Erdaushub-Entsorgung
Bei der Entsorgung von Erdaushub sind einige rechtliche Vorgaben zu beachten:
Abfallklassifizierung
Erdaushub fällt unter die Kategorie „Boden und Steine“ (AVV 17 05 04). Belasteter Boden hat eigene Abfallnummern und erfordert spezielle Entsorgungswege.
Entsorgungsnachweis
Bei größeren Mengen oder belastetem Boden ist ein Entsorgungsnachweis erforderlich. Dieser dokumentiert den ordnungsgemäßen Verbleib des Materials.
Genehmigungen
Für die Lagerung von Erdaushub auf öffentlichem Grund (z.B. Containerstellplatz) kann eine behördliche Genehmigung nötig sein. Die Kosten hierfür liegen meist bei 60–80 €.
Transportvorschriften
Beim Transport von Erdaushub sind die geltenden Vorschriften für Ladungssicherung und zulässiges Gesamtgewicht zu beachten.
Umweltaspekte und Nachhaltigkeit
Die umweltfreundliche Entsorgung von Erdaushub gewinnt zunehmend an Bedeutung:
Wiederverwertung fördern
Statt der Deponierung sollte eine Wiederverwertung des Bodens angestrebt werden, z.B. in Landschaftsbau-Projekten oder als Füllmaterial.
Transportwege minimieren
Kurze Transportwege reduzieren nicht nur Kosten, sondern auch den CO₂-Ausstoß. Lokale Verwertungsmöglichkeiten sind daher zu bevorzugen.
Bodenschutz beachten
Bei der Lagerung und dem Transport von Erdaushub ist darauf zu achten, dass keine Verunreinigungen in den Boden oder ins Grundwasser gelangen.
Fazit
Die kostengünstige Entsorgung von Erdaushub erfordert eine sorgfältige Planung und Berücksichtigung verschiedener Faktoren. Durch die Wahl der richtigen Entsorgungsmethode, genaue Mengenermittlung und Prüfung lokaler Verwertungsmöglichkeiten lassen sich oft erhebliche Kosten einsparen. Gleichzeitig sollten rechtliche Vorgaben und Umweltaspekte nicht außer Acht gelassen werden.
Für Bauherren und Gartenbesitzer empfiehlt es sich, frühzeitig mit der Planung der Erdaushub-Entsorgung zu beginnen. Ein Vergleich verschiedener Angebote und die Beratung durch Fachbetriebe können dabei helfen, die optimale und kostengünstigste Lösung zu finden.
Mit der richtigen Herangehensweise lässt sich Erdaushub nicht nur günstig, sondern auch umweltfreundlich und rechtskonform entsorgen.