Windows 10 lässt sich nicht von CD/DVD booten – was tun?

Windows 10 bootet nicht von CD/DVD? Erfahren Sie, wie Sie BIOS/UEFI-Bootfolge, Laufwerk und Datenträger prüfen und das Problem schnell beheben können.

Windows 10 lässt sich nicht von CD/DVD booten – was tun?
Windows-10-Startprobleme einfach beheben

Wenn Windows 10 nicht von CD/DVD bootet, liegt die Ursache meist an der Boot-Reihenfolge im BIOS oder UEFI, an einem aktivierten Secure Boot oder an einem fehlerhaften Datenträger.

Die Lösung: Öffnen Sie das BIOS-Setup, deaktivieren Sie Secure Boot, stellen Sie das optische Laufwerk als erstes Boot-Gerät ein und speichern Sie die Änderung. Anschließend startet der Rechner in der Regel zuverlässig von der CD oder DVD.

Warum Windows 10 nicht von CD/DVD startet

Bevor Sie mit der Fehlerbehebung beginnen, lohnt sich ein Blick auf die häufigsten Ursachen. Dadurch sparen Sie Zeit und gehen gezielt vor, statt wahllos Einstellungen zu ändern.

Zu den häufigsten Gründen zählen:

  • Die Boot-Reihenfolge im BIOS oder UEFI ist falsch eingestellt.
  • Secure Boot ist aktiviert und blockiert den Start von älteren Datenträgern.
  • Das CSM (Compatibility Support Module) ist deaktiviert, obwohl es für ältere Boot-Modi benötigt wird.
  • Die Windows-10-DVD ist fehlerhaft gebrannt oder verkratzt.
  • Das optische Laufwerk ist defekt oder nicht richtig angeschlossen.
  • Der Rechner besitzt gar kein optisches Laufwerk mehr, wie es bei vielen modernen Notebooks der Fall ist.

Deshalb ist es sinnvoll, systematisch vorzugehen. Zunächst prüfen Sie die Hardware, danach die Firmware-Einstellungen und schließlich den Datenträger selbst.

Grundlegende Prüfungen vor der BIOS-Anpassung

Zuerst sollten Sie einige einfache Punkte kontrollieren, bevor Sie tiefer in die Systemeinstellungen eingreifen. Häufig steckt hinter dem Problem nämlich eine simple Ursache.

Prüfen Sie Folgendes:

  1. Ist die DVD oder CD unbeschädigt und sauber? Zerkratzte oder verschmutzte Datenträger lassen sich oft nicht lesen.
  2. Ist der Datenträger korrekt gebrannt? Nutzen Sie dafür idealerweise das offizielle Media Creation Tool von Microsoft.
  3. Liegt die DVD im Laufwerk, bevor Sie den Rechner neu starten? Andernfalls erkennt das System sie nicht rechtzeitig.
  4. Funktioniert das optische Laufwerk grundsätzlich, etwa beim Abspielen einer Musik-CD?
  5. Ist bei einem externen USB-DVD-Laufwerk das Kabel richtig eingesteckt?

Sollten alle diese Punkte in Ordnung sein, liegt das Problem höchstwahrscheinlich in den Firmware-Einstellungen. Genau dort setzen die folgenden Schritte an.

Boot-Reihenfolge im BIOS ändern

Bei älteren Rechnern mit klassischem BIOS gehen Sie folgendermaßen vor, um von CD oder DVD zu starten. Diese Anleitung eignet sich für Systeme ohne moderne UEFI-Oberfläche.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Starten Sie den Computer neu und drücken Sie direkt danach wiederholt die passende Taste, meist F2, F10, F12, Entf oder Esc.
  2. Navigieren Sie im BIOS-Menü mit den Pfeiltasten zum Reiter „Boot“ oder „Boot Order“.
  3. Wählen Sie dort das CD/DVD-Laufwerk aus und verschieben Sie es an die erste Position, noch vor der Festplatte.
  4. Legen Sie anschließend die Windows-10-DVD ein, falls noch nicht geschehen.
  5. Speichern Sie die Einstellungen, meist über F10, und bestätigen Sie mit „Yes“ oder „Ja“.
  6. Der Rechner startet neu und bootet nun von der DVD.

Falls die passende Taste unbekannt ist, hilft ein Blick auf den ersten Startbildschirm. Dort wird sie üblicherweise kurz eingeblendet.

Boot-Reihenfolge im UEFI ändern

Moderne Computer mit UEFI-Firmware unterscheiden sich optisch deutlich vom klassischen BIOS. Zudem lässt sich das UEFI meist per Maus bedienen, was die Navigation erleichtert.

So gehen Sie vor:

  1. Klicken Sie in Windows 10 auf „Start“, dann auf das Einschalten-Symbol.
  2. Halten Sie die Umschalttaste gedrückt und wählen Sie gleichzeitig „Neu starten“.
  3. Es öffnet sich das Menü „Option wählen“. Klicken Sie dort auf „Problembehandlung“.
  4. Wählen Sie anschließend „Erweiterte Optionen“ und danach „UEFI-Firmwareeinstellungen“.
  5. Klicken Sie auf „Neu starten“, um direkt ins UEFI zu gelangen.
  6. Suchen Sie im UEFI nach dem Reiter „Boot“ oder „Startreihenfolge“.
  7. Setzen Sie das optische Laufwerk auf die erste Position.
  8. Speichern Sie die Änderung, meist über F10 oder den Button „Exit and Save Changes“.

Alternativ erreichen Sie das UEFI direkt beim Einschalten, indem Sie sofort die entsprechende Taste drücken. Diese variiert je nach Hersteller, weshalb der nächste Abschnitt genau darauf eingeht.

Boot-Menü direkt aufrufen: Tastenkombinationen nach Hersteller

Statt die Boot-Reihenfolge dauerhaft zu ändern, lässt sich meist auch ein temporäres Boot-Menü aufrufen. Dadurch wählen Sie das Startlaufwerk nur für diesen einen Start aus, ohne die Grundeinstellung zu verändern.

Die folgende Übersicht zeigt die gängigen Tasten je Hersteller:

  • Dell: F12
  • HP: F9 oder Esc
  • Lenovo: F12 oder die ThinkVantage-Taste
  • Acer: F12
  • Asus: F8 oder Esc
  • MSI: F11
  • Toshiba / Dynabook: F12
  • Samsung: F2 oder Esc
  • Fujitsu: F12

Drücken Sie die jeweilige Taste unmittelbar nach dem Einschalten mehrfach hintereinander. Anschließend erscheint eine Liste aller erkannten Boot-Geräte, aus der Sie das CD/DVD-Laufwerk auswählen.

Sollte das optische Laufwerk in dieser Liste fehlen, deutet das meist auf ein defektes Laufwerk, einen nicht bootfähigen Datenträger oder eine deaktivierte Erkennung hin. Dann sind weitere Einstellungen erforderlich, die im nächsten Abschnitt erklärt werden.

Secure Boot deaktivieren

Secure Boot ist eine Sicherheitsfunktion, die verhindert, dass nicht signierte Betriebssysteme starten. Diese Funktion ist zwar sinnvoll, blockiert jedoch häufig ältere oder selbst erstellte Boot-Medien.

So deaktivieren Sie Secure Boot:

  1. Rufen Sie das UEFI wie oben beschrieben auf.
  2. Wechseln Sie zum Reiter „Security“ oder „Boot“.
  3. Suchen Sie den Eintrag „Secure Boot“.
  4. Stellen Sie diesen auf „Disabled“.
  5. Speichern Sie die Änderung und starten Sie den Rechner neu.

Wichtig dabei: Nach der Installation von Windows 10 lässt sich Secure Boot in der Regel wieder aktivieren, ohne dass Probleme entstehen. Zudem ist Windows 10 selbst durchaus mit Secure Boot kompatibel, sofern der Datenträger korrekt signiert wurde.

CSM (Compatibility Support Module) aktivieren

Neben Secure Boot spielt auch das CSM eine wichtige Rolle. Dieses Modul sorgt dafür, dass ältere Boot-Modi, etwa der klassische Legacy-Modus, überhaupt unterstützt werden.

Vorgehensweise:

  1. Öffnen Sie das UEFI-Menü.
  2. Navigieren Sie zum Reiter „Boot“.
  3. Suchen Sie den Eintrag „Launch CSM“ oder „CSM Support“.
  4. Aktivieren Sie diesen, indem Sie ihn auf „Enabled“ setzen.
  5. Speichern Sie die Einstellungen mit F10.

Nach dem Neustart sollten zusätzliche Boot-Optionen im Menü erscheinen, darunter oft auch das CD/DVD-Laufwerk. Dieser Schritt ist besonders bei älteren, im Legacy-Modus gebrannten Datenträgern entscheidend.

Legacy-Modus versus UEFI-Modus verstehen

Ein häufig übersehener Punkt ist der Unterschied zwischen Legacy-BIOS-Modus und UEFI-Modus. Beide Boot-Arten sind nämlich nicht miteinander kompatibel, was oft zu Verwirrung führt.

Deshalb gilt:

  • Ist das Windows-10-Installationsmedium im UEFI-Modus erstellt, muss auch der Rechner im UEFI-Modus booten.
  • Ist es im Legacy-Modus erstellt, benötigt der Rechner den CSM-Modus.
  • Eine Mischung aus beiden Varianten führt meist dazu, dass das Laufwerk zwar erkannt, aber nicht gestartet wird.

Um den passenden Modus zu prüfen, öffnen Sie das UEFI und suchen nach der Einstellung „Boot Mode“. Dort lässt sich zwischen „UEFI“, „Legacy“ oder „UEFI and Legacy“ wählen. Im Zweifel empfiehlt sich die Option „UEFI and Legacy“, da diese beide Varianten unterstützt.

Bootfähige Windows-10-DVD korrekt erstellen

Sollte der Datenträger selbst fehlerhaft sein, hilft nur eine Neuerstellung. Empfehlenswert ist dafür das offizielle Media Creation Tool von Microsoft, das kostenlos zum Download bereitsteht.

So erstellen Sie eine funktionierende Windows-10-DVD:

  1. Laden Sie das Media Creation Tool von der offiziellen Microsoft-Website herunter.
  2. Starten Sie das Tool und wählen Sie „Installationsmedien für einen anderen PC erstellen“.
  3. Wählen Sie Sprache, Edition und Architektur passend zu Ihrem System.
  4. Entscheiden Sie sich für „ISO-Datei“ als Medientyp.
  5. Öffnen Sie nach dem Download die ISO-Datei per Rechtsklick und wählen „Datenträgerabbild brennen“.
  6. Legen Sie einen leeren, funktionierenden Rohling ein und starten Sie den Brennvorgang mit niedriger Geschwindigkeit, etwa 4-fach.

Zudem sollten Sie stets einen hochwertigen Rohling verwenden, da günstige DVDs häufiger Lesefehler verursachen. Anschließend testen Sie die neue DVD idealerweise an einem anderen Rechner, um Kompatibilitätsprobleme auszuschließen.

Wenn kein optisches Laufwerk vorhanden ist: USB-Stick als Alternative

Viele aktuelle Notebooks besitzen 2026 gar kein CD/DVD-Laufwerk mehr. In diesem Fall ist ein bootfähiger USB-Stick die praktikabelste Lösung.

Empfehlung: Nutzen Sie das kostenlose Tool Rufus, um Windows 10 auf einen USB-Stick zu übertragen.

So gehen Sie vor:

  1. Laden Sie Rufus von der offiziellen Rufus-Website herunter.
  2. Stecken Sie einen USB-Stick mit mindestens 8 GB Speicherplatz ein, dessen Inhalt gesichert wurde, da er gelöscht wird.
  3. Öffnen Sie Rufus und wählen Sie unter „Gerät“ den passenden USB-Stick aus.
  4. Klicken Sie auf „Auswahl“ und wählen Sie die zuvor heruntergeladene Windows-10-ISO-Datei.
  5. Belassen Sie die Partitionsschemaeinstellung bei „GPT“ für UEFI-Systeme oder wählen Sie „MBR“ für ältere BIOS-Systeme.
  6. Klicken Sie auf „Start“ und warten Sie, bis der Vorgang abgeschlossen ist.
  7. Stecken Sie den Stick in den Ziel-PC und wählen Sie ihn über das Boot-Menü aus.

Alternativ eignet sich auch das Media Creation Tool direkt, das ebenfalls einen bootfähigen USB-Stick erstellen kann, sofern beim Start die Option „USB-Speicherstick“ gewählt wird.

Weitere Fehlerbehebung, wenn Windows 10 immer noch nicht bootet

Sollten die bisherigen Schritte nicht helfen, gibt es noch einige weitere Ansatzpunkte. Diese betreffen vor allem Hardware und Firmware-Aktualität.

Prüfen Sie zusätzlich:

  • Ein BIOS- beziehungsweise UEFI-Update über die Herstellerseite kann veraltete Firmware-Fehler beheben.
  • Ein anderes optisches Laufwerk zum Testen hilft, einen Hardwaredefekt auszuschließen.
  • Ein anderer SATA- oder USB-Anschluss löst gelegentlich Erkennungsprobleme.
  • Das Zurücksetzen des BIOS auf Werkseinstellungen behebt fehlerhafte, manuell veränderte Einstellungen.
  • Eine zweite, frisch gebrannte DVD schließt einen fehlerhaften Datenträger endgültig aus.

Sollte trotz aller Maßnahmen kein Booten möglich sein, deutet das meist auf ein defektes optisches Laufwerk hin. In diesem Fall bietet sich, wie bereits beschrieben, ein bootfähiger USB-Stick als zuverlässige Alternative an.

Häufige Fragen zum Booten von Windows 10 über CD/DVD

Warum erkennt das BIOS meine Windows-10-DVD nicht?

Meist liegt es an einer falschen Boot-Reihenfolge, aktiviertem Secure Boot oder einem fehlerhaft gebrannten Datenträger. Zudem kann ein defektes Laufwerk die Ursache sein.

Wie komme ich ins BIOS oder UEFI, wenn Windows bereits läuft?

Halten Sie beim Klick auf „Neu starten“ die Umschalttaste gedrückt. Anschließend gelangen Sie über „Problembehandlung“ und „Erweiterte Optionen“ direkt in die UEFI-Firmwareeinstellungen.

Muss ich Secure Boot dauerhaft deaktiviert lassen?

Nein, nach der erfolgreichen Windows-10-Installation lässt sich Secure Boot in der Regel problemlos wieder aktivieren, da Windows 10 diese Funktion unterstützt.

Was tun, wenn kein optisches Laufwerk im Boot-Menü erscheint?

Prüfen Sie, ob das Laufwerk korrekt angeschlossen ist, und aktivieren Sie zusätzlich das CSM im UEFI. Alternativ nutzen Sie einen bootfähigen USB-Stick mit Rufus.

Welches Tool eignet sich am besten zum Erstellen einer Windows-10-DVD?

Empfehlenswert ist das offizielle Media Creation Tool von Microsoft, das eine passende ISO-Datei erstellt, die anschließend gebrannt werden kann.

Warum bootet mein Laptop trotz eingelegter DVD direkt in Windows?

Das deutet darauf hin, dass die Festplatte in der Boot-Reihenfolge vor dem optischen Laufwerk steht. Ändern Sie die Reihenfolge wie oben beschrieben im BIOS oder UEFI.

Funktioniert eine im Legacy-Modus erstellte DVD auch auf UEFI-Systemen?

Nur, wenn zusätzlich das CSM aktiviert ist. Andernfalls muss die DVD im UEFI-Modus neu erstellt werden.

Was mache ich, wenn mein Notebook 2026 kein DVD-Laufwerk mehr besitzt?

Nutzen Sie stattdessen einen bootfähigen USB-Stick, den Sie mit dem Tool Rufus oder dem Media Creation Tool erstellen können.

Kann ein externes USB-DVD-Laufwerk ebenfalls Probleme verursachen?

Ja, insbesondere wenn der USB-Anschluss nicht ausreichend Strom liefert. Testen Sie in diesem Fall einen anderen USB-Anschluss, idealerweise direkt am Mainboard.

Fazit

Damit Windows 10 zuverlässig von CD/DVD bootet, sind meist nur wenige Einstellungen im BIOS oder UEFI nötig. Wichtig sind vor allem die richtige Boot-Reihenfolge, ein deaktiviertes Secure Boot sowie ein fehlerfrei gebrannter Datenträger.

Sollte kein optisches Laufwerk vorhanden sein, bietet ein mit Rufus erstellter USB-Stick eine ebenso zuverlässige Alternative für die Windows-10-Installation.

Mario
Mario

Mario schreibt auf bestepraxistipps.de über Technik, Mobile, Computer und digitale Alltagsthemen. Sein Ziel: komplexe Themen so erklären, dass Leser sofort damit weiterkommen.