Wenn Windows 10 nicht von CD oder DVD bootet, liegt es oft an der Boot-Reihenfolge in BIOS oder UEFI. So beheben Sie das Problem mit wenigen Schritten.

Sie haben eine Windows-10-Installations-DVD eingelegt, den PC neugestartet – und nichts passiert. Windows startet einfach ganz normal von der Festplatte, als wäre die Disc gar nicht da. Das passiert öfter, als man denkt.
Besonders auf neueren Rechnern mit UEFI-Firmware (dem modernen Nachfolger des klassischen BIOS) ist das Booten von optischen Laufwerken nicht mehr selbstverständlich. Ich zeige Ihnen, woran es liegt und wie Sie das Problem Schritt für Schritt lösen.
Warum bootet der PC nicht von der DVD?
Windows 10 nutzt eine Schnellstartfunktion, bei der das BIOS nicht mehr vollständig durchlaufen wird. Ohne echten Kaltstart kommen Sie weder ins BIOS noch ins Boot-Menü. Das ist der erste, häufig übersehene Punkt.
Dazu kommt: Moderne PCs mit UEFI haben standardmäßig Secure Boot aktiviert. Das ist eine Sicherheitsfunktion, die verhindert, dass nicht signierte Betriebssysteme oder ältere Boot-Medien gestartet werden. Eine selbst gebrannte Reparatur-DVD oder ältere Rescue-Disc hat oft keinen passenden Secure-Boot-Code – und fliegt deshalb raus, bevor überhaupt etwas lädt.
Kurz gesagt: Das UEFI, die Bootreihenfolge und Secure Boot sind in den allermeisten Fällen die drei Stellschrauben, an denen Sie drehen müssen.
Zuerst: Richtiger Neustart und Bootmenü aufrufen
Wichtig ist, dass Sie den PC wirklich kalt neu starten – also komplett ausschalten und wieder einschalten, nicht nur „Neu starten“ aus Windows heraus wählen, wenn der Schnellstart aktiv ist. DVD einlegen, dann Rechner einschalten.
Direkt nach dem Einschalten – sobald das Herstellerlogo erscheint – müssen Sie die richtige Taste drücken, um ins Boot-Menü zu kommen. Das ist die schnellste Methode, ohne dauerhaft die BIOS-Einstellungen zu verändern.
| Hersteller | Boot-Menü-Taste |
|---|---|
| ASUS | F8 oder Esc |
| MSI | F11 |
| Gigabyte | F12 |
| Dell (z. B. XPS 15 9530) | F12 |
| HP (z. B. Pavilion, EliteBook) | F9 |
| Lenovo (z. B. ThinkPad E15) | F12 |
| Acer | F12 |
| ASRock | F11 |
Welche Taste das Boot-Menü aufruft, erscheint meist kurz vor dem Startvorgang nach dem Einschalten – halten Sie Ausschau danach. Wenn nichts angezeigt wird, funktioniert die Esc-Taste in den meisten Fällen.
Im Boot-Menü sollte das DVD-Laufwerk auftauchen. Wählen Sie es aus – fertig. Das reicht oft schon.
Secure Boot deaktivieren – so geht das im UEFI
Erscheint das Laufwerk gar nicht im Boot-Menü, oder bootet die Disc trotzdem nicht, müssen Sie ins UEFI. Dort ist Secure Boot der häufigste Übeltäter.
- PC neu starten und sofort die BIOS/UEFI-Taste drücken (je nach Hersteller F2, Entf oder F10 – siehe Tabelle oben, nur eben für das BIOS statt das Boot-Menü).
- Im UEFI zu Boot oder Security navigieren.
- Den Eintrag Secure Boot suchen und auf Disabled setzen.
- Mit F10 speichern und beenden.
Beim Dell-System etwa: F2 beim Startvorgang drücken, im linken Bereich auf „Boot Configuration“ klicken, nach unten scrollen zur Secure-Boot-Einstellung und diese auf „Off“ setzen.
Danach nochmal neu starten und das Boot-Menü aufrufen – das DVD-Laufwerk sollte jetzt erscheinen und auch starten.
Bootreihenfolge dauerhaft ändern
Wer regelmäßig von DVD booten will oder muss, kann die Bootreihenfolge direkt im UEFI dauerhaft anpassen. Das ist vor allem praktisch, wenn Sie öfter mit Rescue-Discs oder Diagnose-DVDs arbeiten.
- Ins UEFI wechseln (wie oben beschrieben).
- Den Bereich Boot oder Boot Sequence aufrufen – manchmal ist er unter „Advanced BIOS Features“ versteckt.
- Das DVD-Laufwerk per Pfeiltasten oder Drag-and-drop (je nach UEFI-Oberfläche) an die erste Stelle setzen.
- Speichern und beenden.
Ehrlich gesagt würde ich das nur machen, wenn ich es wirklich brauche. Im Normalbetrieb bootet der PC dann bei jeder eingelegten Disc zuerst von dort – das kann auf Dauer nerven.
CSM aktivieren – wenn ältere Discs gar nicht starten
Manche Rescue-DVDs oder ältere Installationsmedien kommen mit UEFI schlicht nicht zurecht. Das CSM (Compatibility Support Module) ist der BIOS-Kompatibilitätsmodus, der auch Betriebssysteme ohne UEFI-Unterstützung ermöglicht.
Das aktivieren Sie so:
- Ins UEFI wechseln.
- Nach CSM oder Launch CSM suchen – oft unter „Advanced“ oder „Boot“.
- Auf Enabled setzen.
- Secure Boot muss dabei deaktiviert sein, sonst lässt sich CSM meist gar nicht einschalten.
- Speichern, neu starten.
Und ja, bei HP-Systemen heißt die entsprechende Option manchmal „Load Legacy Option ROM“ – gleiches Prinzip, anderer Name. Das spart Zeit, wenn Sie wissen, wonach Sie suchen.
Was tun, wenn das Laufwerk im UEFI gar nicht auftaucht?
Das ist ein anderes Problem. Wenn das DVD-Laufwerk im Boot-Menü und im UEFI komplett fehlt, liegt das meistens an einem der folgenden Punkte:
- Das Laufwerk ist defekt oder das Kabel hat sich gelöst (bei Desktop-PCs passiert das gelegentlich).
- Die Disc ist nicht bootfähig – eine normale Daten-DVD startet naturgemäß nicht.
- Das optische Laufwerk wird vom System nicht erkannt.
Prüfen Sie zuerst, ob das Laufwerk im laufenden Windows unter „Dieser PC“ angezeigt wird. Wenn ja, ist es grundsätzlich funktionsfähig – dann ist die Disc das Problem. Wenn nein, liegt ein Hardware- oder Treiberproblem vor.
Eine praktische Alternative in 2026: Vergessen Sie die DVD und nutzen Sie lieber einen USB-Stick. Mit dem kostenlosen Microsoft Media Creation Tool erstellen Sie in wenigen Minuten einen bootfähigen Windows-10-Stick – der startet auf praktisch jedem modernen PC anstandslos und ist deutlich schneller als jede optische Disc.
