Anführungszeichen („“) unten und oben schreiben – so geht’s

Anführungszeichen „“ unten und oben schreiben – ich erkläre die schnellsten Methoden für Windows, Mac und Word mit Tastenkombinationen und Sonderzeichen.

Anführungszeichen („“) unten und oben schreiben – so geht’s

Wer einen deutschen Text tippt, stößt früher oder später auf dasselbe Problem: Die Tastatur liefert standardmäßig die englischen Gänsefüßchen oben (“ „), aber im Deutschen sitzen die öffnenden Anführungszeichen unten – also „so“. Das passiert öfter, als man denkt, und fällt besonders bei Artikeln, E-Mails oder Bewerbungsunterlagen unangenehm auf.

Hier zeige ich Ihnen, wie Sie die richtigen deutschen Anführungszeichen auf Windows, Mac und im Browser eingeben – ohne Copy-Paste-Gefummel.

Warum es überhaupt einen Unterschied gibt

Im Deutschen sieht das korrekte Anführungszeichenpaar so aus: „Text“ – unten öffnen, oben schließen. Im Englischen ist es genau umgekehrt: „Text“. Das sieht ähnlich aus, ist aber typografisch nicht dasselbe.

Viele Programme übernehmen das automatisch, wenn Sie die typografischen Anführungszeichen aktivieren. Aber nicht überall funktioniert das – besonders in Code-Editoren, Textfeldern im Browser oder einfachen Notiz-Apps liefert die Tastatur eben nur die geraden Variante („).

Anführungszeichen auf Windows eingeben

Auf Windows funktioniert der klassische Weg über den Nummernblock mit gehaltener Alt-Taste:

  1. Num Lock aktivieren (die LED auf der Tastatur leuchtet)
  2. Alt gedrückt halten
  3. Auf dem Nummernblock 0132 tippen für „
  4. Für “ die Kombination Alt + 0147
  5. Alt loslassen – das Zeichen erscheint

Das setzt einen Nummernblock voraus. Auf einem Laptop ohne dedizierten Nummernblock ist das oft umständlich oder gar nicht möglich. In dem Fall lohnt sich die AutoKorrektur-Methode (mehr dazu weiter unten).

Kurz gesagt: Wer täglich viel schreibt, sollte die Zahlen 0132 und 0147 auswendig kennen – die sparen auf Dauer viel Zeit.

Anführungszeichen auf dem Mac eingeben

Auf macOS ist es etwas eleganter gelöst:

  1. ⌥ + Shift + W tippt das öffnende „
  2. ⌥ + Shift + 2 tippt das schließende „
  3. Alternativ: Unter Systemeinstellungen → Tastatur → Texteingabe können Sie für alle Programme automatische typografische Anführungszeichen aktivieren

Ehrlich gesagt ist die Mac-Lösung die komfortabelste – wer die zwei Kürzel einmal im Muskelgedächtnis hat, braucht sich um nichts mehr zu kümmern.

AutoKorrektur in Word und LibreOffice nutzen

Microsoft Word und LibreOffice Writer wandeln gerade Anführungszeichen automatisch in typografische um – vorausgesetzt, die Option ist aktiv. Das ist bei Neuinstallationen meist der Fall, lässt sich aber prüfen:

In Word (Microsoft 365 / Office 2021):

  1. Datei → Optionen → Dokumentprüfung öffnen
  2. Auf AutoKorrektur-Optionen klicken
  3. Tab AutoFormat während der Eingabe auswählen
  4. Haken bei „Gerade“ durch „typografische“ Anführungszeichen setzen
  5. Mit OK bestätigen

Das reicht oft schon. Beim nächsten Tipp von “ wandelt Word automatisch in die richtige Variante um – je nach Kontext öffnend oder schließend.

LibreOffice Writer:
Unter Extras → AutoKorrektur-Optionen → Lokalisierte Anführungszeichen lässt sich dasselbe einstellen. Hier kann man sogar exakt festlegen, welche Zeichenpaare verwendet werden sollen.

Anführungszeichen per Copy-Paste und Zeichentabelle

Wenn alles andere versagt oder man die Zeichen nur einmal braucht, helfen zwei schnelle Methoden:

Windows-Zeichentabelle:

  1. Windows + R drücken, charmap eingeben, Enter
  2. Im Dropdown oben die Schriftart wählen (am besten Arial oder Times New Roman)
  3. Das gewünschte Zeichen suchen (unter Unicode-Bezeichnung „DOUBLE LOW-9 QUOTATION MARK“ für „)
  4. Auf Auswählen klicken, dann Kopieren
  5. In das Zieldokument einfügen

Schneller geht es mit einer kurzen Google-Suche nach „" – die Zeichen direkt aus der Suchergebnisseite kopieren funktioniert zuverlässig.

Im Browser und in Online-Tools

Besonders in Web-Formularen, CMS-Editoren wie WordPress oder Tools wie Notion hilft die AutoKorrektur des Betriebssystems manchmal nicht weiter. Hier gibt es zwei saubere Lösungen:

Textexpander oder AutoHotkey (Windows): Mit einem Makro-Tool lässt sich zum Beispiel festlegen, dass ,, automatisch durch „ ersetzt wird und '' durch „. Das klingt nach Aufwand, ist aber in fünf Minuten eingerichtet – und spart danach dauerhaft Zeit.

HTML-Entitäten, wenn man direkt im Quelltext arbeitet:

  • „ ergibt „
  • “ ergibt „
  • ‚ ergibt ‚ (einfaches öffnendes Anführungszeichen)
  • ‘ ergibt ‚ (einfaches schließendes)

Das spart Zeit und verhindert Fehler – gerade wenn Texte in verschiedenen Umgebungen weiterverarbeitet werden.

Anführungszeichen auf Tastatur schreiben

Häufig gestellte Fragen

Welche Anführungszeichen sind im Deutschen korrekt?

Im Deutschen öffnet das untere Anführungszeichen „ den Satz, das obere “ schließt ihn. Alternativ sind auch die französischen Guillemets »so« gebräuchlich – allerdings in umgekehrter Richtung als im Französischen. Beide Varianten gelten laut Duden als korrekt.

Warum zeigt mein Word andere Anführungszeichen an als gewünscht?

Das liegt meist an der eingestellten Sprache im Dokument. Unter Überprüfen → Sprache → Sprache für die Korrekturhilfen festlegen prüfen Sie, ob Deutsch eingestellt ist. Word richtet die AutoKorrektur für Anführungszeichen nach der Dokumentsprache aus.

Kann ich Anführungszeichen auf einer Tastatur ohne Nummernblock eingeben?

Ja. Entweder über die Windows-Zeichentabelle (Charmap), über AutoHotkey mit einem eigenen Kürzel, oder über Copy-Paste aus einer verlässlichen Quelle. Am praktischsten für Vielschreiber ist ein AutoHotkey-Skript, das eine selbst gewählte Tastenkombination belegt.

Funktioniert die Alt-Code-Methode auf jedem Windows-PC?

Nur wenn ein echter Nummernblock vorhanden ist und Num Lock aktiv ist. Auf Laptops ohne separaten Nummernblock funktionieren die Alt-Codes oft nicht – hier ist ein Textexpander-Tool die bessere Lösung.

Was ist der Unterschied zwischen „“ und „“ in der Typografie?

Die Version „“ ist die deutsche Schreibweise: unten öffnen, oben schließen. Die Version „“ entspricht dem englischen Standard und wirkt in deutschen Texten typografisch falsch – auch wenn inhaltlich klar ist, was gemeint ist. In professionellen Texten, Bewerbungen oder veröffentlichten Artikeln sollte man immer die korrekte Variante verwenden.

Mario
Mario

Technik begeistert mich seit über 25 Jahren – ob Windows, Software oder die neuesten Geräte. Seit 2016 betreibe ich Bestepraxistipps.de und schreibe über alles, was den digitalen und analogen Alltag erleichtert. Wenn ich nicht am Schreibtisch sitze, verbringe ich meine Zeit mit meiner Familie.

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