Windows-Festplatten-Icons ändern – so geht’s

Windows-Festplatten-Icons ändern – so geht’s

Das Standard-Symbol für Laufwerke in Windows ist funktional, aber wenig inspirierend. Wer mehrere Festplatten oder SSDs im Einsatz hat – intern wie extern – verliert im Datei-Explorer schnell den Überblick. Dabei lässt sich das ganz einfach lösen: Mit einem eigenen Icon pro Laufwerk sehen Sie auf einen Blick, was wo steckt.

Das geht unter Windows 10 und Windows 11 gleichermaßen, und zwar auf zwei Wegen: über die Windows-Registrierung (Registry) oder per autorun.inf-Datei direkt auf dem Laufwerk. Ich zeige Ihnen beide Varianten.

Erst das Icon besorgen – im richtigen Format

Bevor Sie irgendetwas in der Registry anfassen, brauchen Sie das Icon im ICO-Format. Andere Formate wie PNG oder JPG funktionieren hier nicht direkt.

Fertige Icons im ICO-Format finden Sie auf Seiten wie iconarchive.com oder findicons.com – einfach nach „harddisk ico“ oder einem passenden Begriff suchen. Wer ein bestimmtes PNG-Bild als Icon nutzen möchte – zum Beispiel das Produktfoto einer Samsung 870 EVO oder einer WD My Passport –, kann es auf icoconvert.com kostenlos ins ICO-Format umwandeln.

Das Icon speichern Sie am besten in einem dauerhaften Ordner, zum Beispiel C:\Icons\. Wichtig: Das Icon darf später nicht mehr verschoben oder umbenannt werden, sonst wird es nicht mehr angezeigt. Also einmal an einem festen Ort ablegen und dort lassen.

Methode 1: Icon per Registry ändern (für interne Laufwerke)

Das ist der zuverlässigste Weg für interne Festplatten und SSDs. Die nötigen Änderungen nehmen Sie im Windows-Registrierungseditor regedit.exe vor. Navigieren Sie dort zum Pfad:

Computer\HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer\DriveIcons

So gehen Sie vor:

  1. Drücken Sie Win + R, tippen Sie regedit ein und bestätigen Sie mit Enter.
  2. Navigieren Sie zum oben genannten Pfad – entweder manuell durch die Ordnerstruktur oder per Kopieren in die Adressleiste des Editors.
  3. Klicken Sie mit der rechten Maustaste in die rechte Fensterhälfte und wählen Sie Neu → Schlüssel. Geben Sie dem Schlüssel den Laufwerksbuchstaben ein, dessen Icon Sie ändern möchten – also zum Beispiel C (ohne Doppelpunkt).
  4. Legen Sie innerhalb dieses Schlüssels über Neu → Schlüssel einen weiteren Unterschlüssel an und nennen Sie ihn DefaultIcon.
  5. Klicken Sie auf DefaultIcon und doppelklicken Sie auf den Eintrag Standard in der rechten Fensterhälfte.
  6. Tragen Sie den vollständigen Pfad zur ICO-Datei ein, zum Beispiel C:\Icons\meine-ssd.ico.
  7. Mit OK bestätigen – fertig.

Der Datei-Explorer zeigt das neue Icon meist sofort an, spätestens nach einem Neustart des Explorers oder des Systems.

Und ja, Sie können für jedes Laufwerk ein eigenes Icon einrichten – einfach den Vorgang für jeden Laufwerksbuchstaben wiederholen.

Methode 2: autorun.inf für USB-Sticks und externe Laufwerke

Bei externen Festplatten und USB-Sticks ist die Registry-Methode unpraktisch, weil sich der Laufwerksbuchstabe ständig ändern kann. Hier ist die autorun.inf-Datei die bessere Wahl.

So funktioniert es:

  1. Öffnen Sie den Editor (Notepad) und tippen Sie folgendes ein:

icon=mein-icon.ico
  1. Speichern Sie die Datei unter dem Namen autorun.inf direkt im Stammverzeichnis des Laufwerks – also zum Beispiel direkt auf E:\.
  2. Kopieren Sie die ICO-Datei (hier: mein-icon.ico) ebenfalls ins Stammverzeichnis des Laufwerks.
  3. Werfen Sie das Laufwerk aus und stecken Sie es neu ein.

Das war’s. Windows liest die autorun.inf beim Einbinden und zeigt das hinterlegte Icon im Explorer an. Das klappt mit USB-Sticks genauso wie mit externen Festplatten – egal ob SSD wie eine Samsung T7 oder ein klassisches HDDs-Gehäuse wie das Seagate Expansion Portable.

Ein kleiner Hinweis: Auf manchen Systemen werden autorun.inf-Dateien aus Sicherheitsgründen ignoriert, wenn AutoPlay deaktiviert ist. Das betrifft aber nur das automatische Starten von Programmen – das Icon-Laden funktioniert davon unabhängig und sollte trotzdem klappen.

Das Icon wird nicht angezeigt? So lösen Sie das

Das passiert öfter, als man denkt. Sie haben alles richtig gemacht, aber im Explorer sieht noch alles gleich aus. Das liegt meistens am Icon-Cache, den Windows zwischenspeichert.

Sie können den Cache manuell leeren, indem Sie eine Batch-Datei mit folgendem Inhalt erstellen und ausführen:

@echo off
taskkill /f /IM explorer.exe
CD /d %userprofile%\AppData\Local
DEL IconCache.db /a
Start explorer.exe

Einfach den Text in eine neue TXT-Datei kopieren, sie in icon-cache-leeren.bat umbenennen und per Doppelklick starten. Der Explorer verschwindet kurz und startet neu – danach sollte das neue Symbol erscheinen.

Falls das noch nicht hilft: PC neu starten. Klingt banal, löst aber in neun von zehn Fällen das Problem.

Welche Formate und Quellen eignen sich für Icons?

Eine kurze Übersicht:

FormatGeeignet?Hinweis
ICOJa, optimalDirekt verwendbar
PNGNein (direkt)Erst in ICO umwandeln
EXE / DLLJaEnthält oft mehrere Icons
ICL (Icon-Bibliothek)JaWeniger verbreitet

Als Quelle für ein neues Symbol können Sie entweder eine Programmdatei (EXE), eine Icon-Datei (ICO) oder eine Icon-Bibliothek (ICL) angeben. Die EXE-Methode ist interessant, weil Windows selbst viele Icons in Systemdateien wie shell32.dll oder imageres.dll mitbringt – oft mehr als 200 Stück. Die finden Sie unter C:\Windows\System32\shell32.dll.

Wann das Icon sinnvoll ist – und wann nicht

Ehrlich gesagt brauchen Sie das nicht zwingend. Wenn Sie nur eine Festplatte haben, reicht das Standard-Symbol völlig aus. Aber sobald Sie mehrere Laufwerke nutzen – etwa eine NVMe-SSD für Windows, eine zweite für Spiele und eine externe WD My Passport für Backups – macht ein eigenes Icon pro Laufwerk den Alltag spürbar komfortabler.

Kurz gesagt: Der Aufwand ist minimal, der Nutzen wächst mit der Anzahl Ihrer Laufwerke. Wer einmal drei oder vier externe Festplatten gleichzeitig angeschlossen hat und im Explorer auf Anhieb weiß, was wo ist, wird das Einrichten nicht bereuen.

Mario
Mario

Mario betreibt Bestepraxistipps.de und schreibt über Technik, Mobile, Computer und digitale Alltagsthemen. Sein Ziel: komplexe Themen so erklären, dass Leser sofort damit weiterkommen.